In der Ausstellung No Man's Land ist eine Auswahl an Skulpturen und Collagen zu sehen, die den Status von Natur und Landschaft in Bezug auf ihre Besetzung in den Blick nehmen. Als No Man' s Land bezeichnet werden sowohl Landstriche zwischen Grenzen verschiedener (Kriegs-)Parteien, als auch Gebiete, die unerforscht und vermeintlich unberührt existieren, in denen die menschliche Anwesenheit also nicht stattfindet. Immer aber werden alle diese Orte im Verhältnis zum Menschen definiert, denn kein Ort auf dieser Welt bleibt unbetrachtet und unbewertet. Die kriegerische Geschichte, in der Landnahmen, Eroberungen und z.T. jahrhundertelange Gebietskämpfe Landschaften und Städte überziehen, spielt in der Arbeit "Schnee von gestern" eine zentrale Rolle. Die in einem Ausschnitt zusammengebrachten Schichten zeigen eine wiederkehrende Abfolge von Kultur und Zerstörung, die Oberfläche eines Ortes ist immer wieder Boden für einen neuen Ablauf der Besetzung. Die Stele ist "ausgefressen" von einer Art kulturellen Erosion; das pixelig, farbige Schwarzweiß zitiert die Farbigkeit alter Berichterstattung und dokumentarischer Katalogisierung. Andere Werke in der Ausstellung lenken Ideen und Phantasie auf die vermeintlich unberührten Orte. Gebiete, die eben noch niemandem gehören, aber immer weniger vor Zugriffen geschützt sind oder gar Teile des Weltraums, die sehr schwer vorstellbar sind, aber ebenso wenig geschützt. Sie alle bieten viel Platz für Projektion und provozieren in den diversen globalen Gesellschaften gespaltene Gefühle. Diese schwanken zwischen Neugier, Gier, Sehnsucht nach dem exklusiven Zustand, mit der Natur allein und eins zu sein und zudem Angst vor dem Unbekannten und den Gewalten der Natur.

Stefanie Bühler, geboren 1976, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Bildhauerei an der Kunsthochschule in Dresden, nach verschiedenen Arbeiten in Theater und Oper. Sie besuchte die Meisterklasse von Martin Honert und hat den Marion-Ermer-Preis und einige Stipendien gewonnen. Sie war an Gründung und Gestaltung von Projekträumen und temporären Ausstellungsräumen beteiligt und hat in zahlreichen, auch internationalen Galerien und Institutionen ausgestellt. Ihre Arbeiten befinden sich in verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen und sind/waren zeitweise in Museen, wie der Kunsthalle Mannheim, Museum Brot und Kunst in Ulm oder dem Japanischen Palais in Dresden zu sehen.