Moritz Haase zeigt in der Galerie im Tempelhof Museum Fotografien, Fotogramme und Scans, die sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Ausgangspunkt ist die eigene Herkunft, dessen Erforschung sich für den Künstler zu einer allumfassenden Suche ausweitet. Anhand von Relikten, wie den eigenen Spielzeugfiguren, erzählten Erinnerungen und Fotografien nähert sich Haase der eigenen Geschichte. Der Künstler arbeitet mit seinen Funden. Mittels unterschiedlicher fotografischer Techniken entstehen künstlerische Werke, die den ursprünglichen Erinnerungsobjekten neue Perspektiven hinzufügen. Die entstandenen Arbeiten stehen symbolhaft für die eigene Identität im Kontinuum von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ausgehend von der individuellen Geschichte weitet Haase den Blick. Die Zeit fächert sich vor ihm auf und die Gedanken werden immer allgemeiner. Sie drehen sich um Einbindung des Menschen in die Welt und den Wandel in der Geschichte. Unsere Erinnerungen verbinden unsere Gegenwart mit der Vergangenheit. Doch Erinnerungen verändern und vermischen sich, sie verblassen und verschwinden in der Abstraktheit. Haases Verfahrensweisen spiegeln ebendiese Prozesse wider. Seine Arbeiten hinterfragen unseren Umgang mit Erinnerungen; unsere Strategien diese trotz ihres fließenden Daseins festzuhalten und zu einer individuellen sowie kollektiven Geschichtsschreibung zu manifestieren. Welche Erinnerungen werden bewahrt? Wie überdauern sie die Zeit? Und welche Erinnerungen gehen verloren? Moritz Haase, *1994 in Berlin, hat Fotodesign am Lette Verein Berlin studiert. Seit 2018 studiert er Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin. Haase war vielfach an Gruppenausstellungen beteiligt