Zu Beginn des Jahres 2022 jährte sich ein besonderes Medienereignis zum 15. Mal. Als Steve Jobs am 9. Januar 2007 öffentlich das iPhone vorstellte, präsentierte er weit mehr als nur ein neues Telefon. Denn in einem Smartphone verschmelzen ganz unterschiedliche Funktionen zu einem einzigen Apparat. Mit den neuen Möglichkeiten änderte sich auch Umgang mit fotografischen Bildern. 

Fotografien wurden in einem nie dagewesenen Maße zum schnellsten Kommunikationsmittel. Allerdings sind sie stets mehr als visuelle Informationen. Um in Erscheinung treten zu können, benötigen sie einen Körper – ein Medium. Im Smartphone erscheinen sie auf rückseitig beleuchteten Glasscheiben. Aber dies ist nur eine der zahlreichen Rahmungen digitaler Bildlichkeit. Denn wie die in der Ausstellung der Sammlung Gummersbach präsentierte Vielfalt von Formen aus der Frühzeit des Mediums, verfügt die Fotografie auch heute über einen zwar vollkommen anderen, aber unverändert großen Reichtum an Zeige- und Gebrauchsweisen. 

An der Folkwang Universität der Künste in Essen wird diese Vielfalt fortgesetzt auf die Probe gestellt. Mit aktuellen, von 18 Studierenden der Folkwang Universität eigens für diesen Anlass geschaffenen Werken zeigt On Display – Der Körper der Fotografie, dass sich die Arbeit am fotografischen Bild stets in beiden Dimensionen – Inhalt und Form – ereignet. Sie gehören untrennbar zusammen. Ausgehend von der planen Oberfläche einer Fotografie werden in der Ausstellung neue visuelle und haptische, nicht zuletzt aber auch virtuelle Wege beschritten. 

Bereits das Format der gezeigten fotografischen Arbeiten lässt die alltägliche Erscheinungsform digitaler Bilder hinter sich. Die jungen Fotografinnen und Fotografen arbeiten sowohl mit modernen als auch mit historischen Techniken. Sie setzen diverse Aufnahme- und Bearbeitungstechniken ein und zeigen ihre fotografisch erzeugten Bilder in verschiedenen räumlichen Kontexten. Die ausgestellten Werke entwickeln so ganz unterschiedliche, mal körperlich objekthafte, mal imaginär ephemere Wirkungen. Sie setzen sich intensiv mit digitalen Bildwelten auseinander, nutzen den Zufall, banale Alltagserscheinungen oder private Erinnerungen als Mittel der Bildgenerierung. 

Einzelne Werke sind durch die frühe Fotogeschichte inspiriert und korrespondieren in besonderer Weise mit der historischen Ausstellung: Etwa eine begehbare Camera Obscura, in der sichdigtale Webcam-Bilder zeigen, Aufnahmen einer Kölner Großstadtstraße mit einer Lochbildkamera oder das in Folie reproduzierte erste Lichtbild auf Papier von Henry Fox Talbot. 

Mit Beiträgen von: Eleonora Arnold / Kara Bukowski / Linda Hafeneger / Helen Hickl / Hendrik Hinkelmann/ Anjali Janssens / Marie Laforge / Katharina Ley/ Wiebke Meischner/ Majid Moussavi / David Müller / Asli Özcelik / Simon Ringelhan /Damian Rosellen / Samuel Solazzo / Anna Traskaliková/ Julian Weigandt / Larissa Zauser