Was ist das Gehirn: Schaltzentrale, Supercomputer, Ich-Behausung? Fest steht, es ist eines der letzten großen Rätsel des menschlichen Körpers. Die Hirnforschung liefert fortwährend aktuelle Erkenntnisse, steht aber auch noch vor vielen ungelösten Fragen.

In dieser Ausstellung treffen Kunst, Kulturgeschichte und Wissenschaft aufeinander und lassen ein facettenreiches Panorama entstehen. Befragt werden neben der Hirnforschung und Neurologie auch Philosophie, Religion, Medizingeschichte und Psychologie. Der interdisziplinäre Dialog ist ein gezieltes Experiment, um sich dem Gehirn aus verschiedenen Richtungen anzunähern.

In fünf großen Fragekomplexen begibt sich die Ausstellung mit rund 300 Werken auf eine Reise durch die Kulturgeschichte und wissenschaftliche Erforschung des Gehirns. Die nur scheinbar simple erste Frage, „Was habe ich im Kopf?“, geht der Anatomie des Gehirns auf den Grund. Die zweite Frage, „Wie stelle ich mir die Vorgänge im Gehirn vor?“, fragt nach den kognitiven Funktionen und aktiven Prozessen im Gehirn. Philosophisch wird es bei der dritten Frage: „Sind ich und mein Körper dasselbe?“. Die dualistische Idee der eigenen Seele als vom Körper losgelöster Einheit hält sich hartnäckig. Die vierte Frage lautet: „Wie mache ich mir die Welt?“. Wie kommt die Welt in unseren Kopf und wie verlässlich sind unsere Wahrnehmung und unser Gedächtnis? Die abschließende fünfte Frage der Ausstellung heißt: „Soll ich mein Gehirn optimieren?“ Schon heute helfen technische Implantate im Gehirn dabei, Krankheitssymptome zu lindern. Doch wie sieht der Mensch der Zukunft aus? Durch die Ausstellung führt ein inklusives, sinnlich erfahrbares Leitsystem. Darüber hinaus wurde, ermöglicht durch das Förderprogramm NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, parallel zur „analogen“ Ausstellung in der Bundeskunsthalle eine eigenständige 3D- Ausstellung im Internet entwickelt, die mit einigen Augmented-Reality- Experiences in der realen Ausstellung vernetzt ist.