Elín Hansdóttir (geb. 1980) ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die an den Schnittstellen von Installation, Skulptur und Fotografie arbeitet. Ihre Arbeit erforscht die Phänomenologie der Erfahrungswahrnehmung, der räumlichen Leere und der konzeptuellen Offenheit, wobei sie die peripheren, relationalen und verkörperten Aspekte der künstlerischen Begegnung in den Vordergrund stellt. 

Elín Hansdóttirs immersive, ortsspezifische Installationen nutzen sensorische Einschränkungen, räumliche Neukonfigurationen, Verzerrungen des Maßstabs und optische Täuschungen, die die Raumwahrnehmung des Betrachters verändern. Indem sie den Betrachter in die Ungewissheit versetzt, was er wahrnimmt und warum es sich auf subtile Weise anders anfühlt, lenkt Hansdóttir das reflexive Bewusstsein des Betrachters auf seine eigene Präsenz innerhalb der ästhetischen Begegnung. 

Die Installation Eigenzeit besteht aus halbtransparentem Stoff, der an sieben sich kreuzenden, gebogenen Schienen hängt. Jedes Stück Stoff ist mit individuellen geometrischen Mustern bedruckt, wie sie typischerweise auf Ausweisdokumente und Geld gedruckt werden, um Fälschungen zu verhindern. 

Hansdóttir integriert Fotografien von maßstabsgetreuen Modellen der Installation, die zusammen mit vergoldeten Kleeblättern in die Arbeit eingestreut sind. Wie Hansdóttirs frühere Arbeiten spielt auch diese Installation mit Verzerrungen des Maßstabs und visueller Dekonstruktion. Indem sie diese Prozesse nutzt, verfremdet Hansdóttir die gängigen Bilder von Wert, Legitimität, Authentizität und künstlicher Verknappung, um das Bewusstsein des Betrachters für seine eigene Präsenz im Galerieraum zu schärfen, während er durch die Installation navigiert.

Elín Hansdóttirs Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen in den KW Institute for Contemporary Art, dem Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart Berlin, dem ZKM Karlsruhe, Martha Herford, Frieze Projects, der Marrakech Biennale, dem Reykjavik Art Museum und der National Gallery of Iceland gezeigt. Im Jahr 2016 erhielt sie den Optimism Award for Culture, der vom isländischen Präsidenten gestiftet wurde, sowie der von der Künstlerin Erró gestifteten Gudmunda S. Kristinsdottir Art Prize.