Erstmals widmet die Hamburger Kunsthalle Ernst Wilhelm Nay (1902–1968), einem der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts, eine umfassende Einzelausstellung und zeigt zugleich die erste Retrospektive des Künstlers seit 30 Jahren. Nays kraftvolle, farbintensive Bilder gelten als Brücke zwischen der Kunst vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie verbinden Expressionismus, Abstraktion und die gestische Malerei nach 1945 sowie die deutsche mit der internationalen Moderne. Mit rund 120 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen präsentiert die Ausstellung Nays komplexes Werk in allen Phasen. Entstanden in 50 Jahren, zwischen 1919 und 1968, weist es eine große Bandbreite an unterschiedlichen Darstellungsweisen und historischen Bezügen auf. Beleuchtet werden in der Schau auch zentrale Themen, Motive oder Begriffe, die Nays Denken über die Jahrzehnte hinweg prägten. Die zusammengetragenen Leihgaben stammen aus renommierten öffentlichen und privaten Sammlungen. Sie werden von rund 20 Werken aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle ergänzt. Ernst Wilhelm Nay hatte schon früh Anerkennung als Künstler gefunden, während der Zeit des Nationalsozialismus wurden dann Werke von ihm in Museen beschlagnahmt
und in der Feme-Ausstellung »Entartete Kunst« gezeigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs sein Bekanntsheitsgrad rasch: Mit der Beteiligung an der documenta in Kassel 1955, 1959 und 1964, den Biennalen in São Paulo und Venedig sowie Ausstellungen in New York etablierte er sich als feste, viel diskutierte Größe in der Kunst der Moderne. Der Stadt Hamburg war Nay eng verbunden, nicht zuletzt über seine langjährigen Beziehungen zu den Direktoren der Kunsthalle, Carl Georg Heise und Alfred Hentzen. Im Jahr 1953 unterrichtete er drei Monate lang an der Landeskunstschule (heute: Hochschule für bildende Künste), 1955 erhielt er den renommierten Lichtwark-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Ausstellung entsteht in der Zusammenarbeit mit der Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln, dem Museum Wiesbaden und dem MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg.

Gefördert durch: Freunde der Kunsthalle e.V., Ernst von Siemens Kunststiftung, Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg